Gelber Tee ist eine äußerst seltene Teesorte aus der Kamelie (Camellia sinensis). Sein Fermentationsgrad liegt zwischen Weißem und Grünem Tee, bei rund 20 % Oxidation. Der Name geht auf die strohgelbe Farbe des Aufgusses zurück und auf die historische Verbindung zum chinesischen Kaiserhof, dem Gelber Tee aufgrund seiner Seltenheit lange vorbehalten war. Hochwertiger Gelber Tee wird bis heute ausschließlich in China hergestellt, auf der Insel Jun Shan (Jun Shan Yin Zhen) – in Europa ist er eine echte Rarität.

Ernte und Verarbeitung
Geerntet werden zeitig im Frühjahr handgepflückte, noch geschlossene Blattknospen, die zunächst leicht verwelken. Die weitere Verarbeitung ähnelt der von Grüntee, mit einem entscheidenden zusätzlichen Schritt: Nach dem Erhitzen werden die Blätter in ein Tuch eingeschlagen und in eine Ruhephase gebracht. Dieses Erhitzen und Ruhen wird über drei Tage wiederholt und erzeugt die sogenannte gelbe Versiegelung, eine sehr sanfte Fermentation. Abschließend folgen finale Trocknung, Sortierung und Klassifizierung. Nur wenige Teemeister beherrschen diese aufwendige Herstellung.
Geschmack
Gelber Tee entfaltet ein süßliches Aroma mit feinen Frucht-Noten wie Mango oder Papaya, teils auch nussig-malzige Nuancen – grasige oder grüne Noten fehlen. Die Aufgussfarbe reicht von gold-gelb bis honigfarben.
Zubereitung
Mit unter 80 °C heißem Wasser und zwei bis drei Minuten Ziehzeit aufgießen. Mehrere Aufgüsse sind möglich und zeigen unterschiedliche Facetten des Aromas.
Lagerung
Kühl, trocken, lichtgeschützt und dicht verschlossen lagern.
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